Also an sich wollte ich mal über die neue PC Welt bloggen (schrecklich!), über das Lost Finale laut nachdenken (mir gefiels!), eine harsche Buchkritik über “Generation Doof!” schreiben (was für eine stupide Aneinanderreihung von Flachheiten) und überhaupt vielleicht mal was bloggen. Oder ein Xbox 360 Spiel spielen.
Vielleicht wird das ja in den nächsten Wochen besser; dann sehe ich hoffentlich tagsüber im Büro wieder mehr Land und hab abends auch mal wieder Zeit. (Lost gucken muß ich ja zum Beispiel nicht mehr).
Also, bitte den RSS-Feed noch nicht löschen, irgendwann demnächst ist hier wieder mehr los. Bis dahin, genießt das schöne Wetter (sofern vorhanden).
Ich muß zugeben, daß ich die Menschheit als solche nicht in ihrer Gesamtheit verstehe. Am großen Massenexperiment Twitter merke ich gerade aber, daß folgende zwei Grundprinzipien den menschlichen Charakter zumindest teilweise beschreiben:
- Jede Kritik wird grundsätzlich als persönlicher Angriff und nicht als Sachkritik gesehen.
- Jeder macht sich so wenig Arbeit wie möglich. Außer er ist zu einem Thema fanatisch.
Vor 45 Minuten fragte mich jemand (mit 18 Tweets in seiner Timeline und der lediglich mir folgt) ob ich seine an mich gerichteten Tweets sehen würde – weil ich ja nicht antworte. Nur war in seinen bisherigen Tweets nix, was eine Antwort gerechtfertigt hätte (ich seh Twitter als Broadcast mit eingeschränktem Feedback und nicht als Dialog-Medium. Für echten Dialog gibt es EMail, hat sich da glänzend bewährt). Parallel dazu fragt mich ein anderer Twitterer, wann es denn wieder Kugelblitz-Kanal-Folgen gibt.
Da ich oft versuche, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, antworte ich also dem Twitter-Universum (und dem einen insbesondere) “Ja, ich sehe alle @dreisechzig Tweets aber antworte nicht auf alle. Bin kein Ersatz für eine Suchmaschine…”, wobei sich der zweite Teil allgemein an alle richtet, die mich per Twitter zu Themen beharken, ohne mal vorher woanders (zum Beispiel auf meiner Webseite) nachzuschauen. Oder denken, das Themen, die nirgendwo im Internet stehen (wie das Release-Datum von “Project Natal”) mir per Twitter-Frage entlockt werden können.
Der Erfolg meiner vermeintlich so effektiven Aktion: Der eine, der mich nett antwitterte, ist jetzt beleidigt, weil er denkt, ich hätte seine Tweets nicht richtig gelesen und ihm das persönlich vorgeworfen und drei andere machen leidlich lustige Witze über mich und Suchmaschinen. Außerdem kriege ich heute Tweets, wo jemand aufgefallen ist, daß ich bei Microsoft arbeite, aber ein Iphone habe, jemand wissen will, ob für Natal Fitness-Spiele erscheinen werden, und ein anderer fragt, was man bei Star Tours ändern will. (Das erste steht seit Ewigkeiten in meinem Blog, das zweite kann ich aus bekannten Gründen nicht beantworten und das dritte kann man auf diversen Disney-Seiten lesen). Aus edukativen Gründen antworte ich einfach nicht. Vielleicht sollte ich einen Auto-Antworter für “letmebingthatforyou.com” einrichten.
Tom Wendel versucht sich im rekord-schnellen Programmieren eines Spiels unter XNA. Sein “Space Taxi” Clone “Moon Taxi” läßt sich jedenfalls in 25 Minuten bauen (dank XNA Game Studio) und sogar für Xbox 360 kompilieren.
Ok, an der Grafik muß man noch etwas feilen…
Ja, hier ist was verschwunden. Bitte gehen Sie weiter. Es gibt hier nichts zu sehen.
Alle drei bis vier Wochen flackert eine neue Anfrage auf, mal auf Twitter, mal per E-Mail: “Wann kommen neue Folgen vom Kugelblitz-Kanal”? Für die neu Hinzugekommenen – das waren vor geraumer Zeit kurze Videos, in denen ich Funktionen der Xbox 360 erklärte und die auf Xbox Live angesehen werden konnten. Kultstatus erreichten sie auch durch die unfaßbar grausamen Frisuren meiner einers.
Nun hab ich seit Monaten das Projekt “Neue Folgen” auf dem Kalender stehen, was sich aber inzwischen als hoffnungsloses Unterfangen erweist. Das fängt damit an, daß ich immer seltener Zeit habe, weil, kaum zu glauben, meine Aufgaben bei Microsoft gewachsen sind, und das auf eine für Außenstehende unsichtbare Art und Weise. Dazu kommen dann noch Probleme mit dem Studio und dem Kameramann (Hallo Toni!) und prompt gibt es immer eine gute Ausrede, diese Woche wieder nicht drehen zu können. Als dann das wirklich ganz feste Vorhaben, zumindest rechtzeitig zum Launch das neue USB-Feature in Bild und Ton zu erklären, wieder an vielen Kleinigkeiten scheiterte, habe ich für mich das Projekt eigentlich begraben. Es ist nicht abzusehen, wann und wie ich das wieder regelmäßig machen kann.
Natürlich ist es für mich Schade – wer mich seit Power Play Zeiten verfolgt, darf mir ruhig eine Prise Selbstdarstellungswahn unterstellen. Aber wenn man nach einem halben Jahr realisiert, daß etwas einfach nicht funktioniert, soll man auch nicht lange drum herum schleichen, sondern einfach mal einen Schlußstrich ziehen. Genau das mache ich hier und jetzt – es hat ausgeblitzt im Kanal. Naja, vielleicht gibt’s ja mal ein Special… Wie hieß doch gleich dieser Bond-Film, der keiner ist? Sag niemals mal. Oder so.